Mond - Geschichte 

Die Himmelsscheibe von Nebra

Bild vergrößern"Himmelsscheibe von Nebra"
©Landesamt für Archäologie Sachsen-Anhalt
Die Ausrichtung von Bauwerken kann jedoch immer nur ein indirekter Nachweis dafür sein, dass der Lauf der Gestirne - insbesondere der Sonne und des Mondes - für die Erbauer von wesentlicher Bedeutung war. Mit der kürzlich entdeckten etwa 2 Kilogramm schweren "Himmelsscheibe von Nebra" wurde uns nun erstmalig eine bildhafte Darstellung vom Kosmos der Menschen von vor 3.600 Jahren überliefert.

Bild vergrößern"Messung" der Sonnenwenden
©Mission Mond

Die 32 Zentimeter große Scheibe wurde in Mitten einer kreisförmigen Wallanlage auf dem Mittelberg in der Nähe von Nebra in Sachsen-Anhalt gefunden. Die 32 kleineren Goldblättchen stellen höchstwahrscheinlich Sterne dar, wovon die 7 eng beieinander stehenden die Plejaden (Siebengestirn) symbolisieren. Die beiden Goldauflagen am Rande der Scheibe stellen östliche und westliche Horizontbögen dar, die dem Lauf der Sonnenaufgangs- und untergangspunkte über das Jahr entsprechen. Die zugehörigen Winkel auf der Scheibe stimmen genau mit den Horizontwinkeln überein, die für die frühe Bronzezeit und den entsprechenden Breitengrad gelten. Vom Mittelberg aus sah der damalige Betrachter zur Zeit der Sommersonnenwende die Sonne direkt hinter dem Harz-Massiv mit dem sich hervorhebenden Brocken untergehen.

Bild vergrößernSoFi Sommersonnenwende 1639 v.Chr.
©Mission Mond

Scheinbar sicher erkennt man "Sonne und Mondsichel". Allerdings ist das nicht eindeutig, denn es könnte sich auch um den Vollmond und eine partielle Sonnenfinsternis handeln. Eine deutlich mit bloßem Auge wahrnehmbare partielle Sonnenfinsternis ereignete sich beispielsweise im Jahre 1639 v.Chr. zur Zeit der Sommersonnenwende etwa 2 Stunden vor Sonnenuntergang.

Auch die Bedeutung des weiteren goldenen Rundbogens ist unklar. Möglicherweise stellt er die "Himmelsbarke" dar. Nach einer anderen Interpretation könnte es auch das schimmernde Band der Milchstraße bedeuten.

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22.02.2015

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Autor dieses Artikels:  Prof. Dr. Bruno Deiss

In Zusammenarbeit mit dem Physikalischen Verein, Frankfurt a.M.
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