Erde - Landschaftsformen 

Riffe und Atolle

Bild vergrößernMalediven
©Kosmos 3D Globus
Ein Riff ist ein Felsrücken, der direkt unter der Meeresoberfläche liegt und bei Ebbe auch über dem Meeresspiegel zu sehen sein kann.

Riffe gibt es häufig in küstennahen Gewässern, in denen die anbrandenden Wellen zwar die Landmassen erodiert haben, die Felsen unterhalb der Brandungszone jedoch relativ unversehrt geblieben sind. Riffe stellen für die Schifffahrt eine große Gefahr dar, da viele Schiffe einen so großen Tiefgang haben, dass sie mit den Riffen kollidieren können. Riffe findet man auf hoher See nur selten, es gibt jedoch einige rund um Hochsee-Inseln in tropischen Gewässern; bei diesen Riffen bilden meist lebende Korallen anstelle von Felsen die oberste Schicht.

Korallenriffe entstehen durch das Wachstum von Meeresorganismen, den Polypen, die eine harte äußere Skelettschicht aus Kalziumkarbonat absondern, mit der sie sich im Meeresboden verankern. Lebende Korallen können nur in einer Tiefe bis etwa 60 Meter existieren, aber darunter kann sich trotzdem eine gewaltige Menge von karbonathaltigem Fels auftürmen, denn die Polypen hinterlassen stets ihr Skelett, wenn sie absterben. Im Riff lagern sich oft auch Bruchstücke von Muscheln, Korallen und Korallensand ab; wenn diese Reste von Wind und Wellen aufgetürmt werden, entsteht eine Koralleninsel. Barriereriffe wie das Great Barrier Reef vor Australien sind in einiger Entfernung vom Festland entstanden, als dort das Wasser wegen des niedrigeren Meeresspiegels noch flacher war. Saumriffe findet man näher an den Küsten.

Bild vergrößernAtolle (Malediven)
©C. Vester

Viele Korallenriffe auf hoher See haben sich rund um Vulkaninseln gebildet. Sobald die vulkanische Aktivität aufgehört hat, kann eine Vulkaninsel allmählich wieder in die ozeanische Kruste absinken, wobei Erosionskräfte diesen Prozess noch beschleunigen. Während die Insel versinkt, wachsen die lebenden Korallen weiter nach oben und bleiben stets in unmittelbarer Nähe des Meeresspiegels. Schließlich verschwindet die einstige Insel vollständig von der Oberfläche des Ozeans, und man sieht nur noch einen Ring von Saumriffen, von denen einige so groß sein können, dass sie selbst zu Inseln werden. Solche Inselgruppen, die oft die Stelle des versunkenen Vulkans vollständig umschließen, nennt man Atolle. Zu den Malediven im Indischen Ozean sowie zu den Tuamotu-Inseln (Französisch-Polynesien) gehören zahlreiche Korallenatolle.

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22.02.2015

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