Erde - Landschaftsformen 

Ozeane und Meere

Bild vergrößernGolf von Biscaya
©Kosmos 3D Globus
Die Ozeane bedecken 77% der Erdoberfläche und verleihen dem "Blauen Planeten" seine typische Farbe. An den Rändern der Kontinente, auf dem Kontinentalschelf sowie rund um die ozeanischen Inseln lagern sich Sedimente ab, die vom Wasser der Flüsse in die Ozeane geschwemmt werden.

Der Kontinentalschelf vor der Atlantikküste Nordamerikas besteht aus einer mehrere Kilometer dicken Sedimentschicht, über der sich noch eine drei Meter dicke Sandschicht abgelagert hat, die mit den Gezeiten sowie durch Strömungen ständig bewegt wird. Gezeiten entstehen durch die Schwerkraftanziehung des Mondes. Strömungen auf der Erdoberfläche werden überwiegend durch Luftdruck- und Windsysteme in der darüber liegenden Atmosphäre verursacht.

Große Sand- oder Schlammbrocken lassen Schlickströmungen entstehen, die sich sehr schnell über sanfte Hänge ergießen, da das Wasser wegen der Schwebteilchen eine höhere Dichte hat. Aus dem Meeresboden, insbesondere aus der Sedimentschicht des Kontinentalschelfs, wurden tiefe Rinnen und Gräben ausgewaschen.

Sedimente lagern sich aber auch an anderen Stellen der Ozeanbecken ab; Grund dafür ist die chemische Zersetzung der im Wasser gelösten Mineralien. Die aus Kalziumkarbonat bestehenden Schalen toter Meerestiere sinken auf den Ozeanboden und bilden dort eine Schlickschicht. Anders als die Canyons auf dem Kontinentalschelf sind die Böden der Ozeane die flachsten Stellen auf unserem Planeten. An den mittelozeanischen Rücken bildet sich neue Erdkruste, indem hier Lava zwischen den Rändern der tektonischen Platten an die Oberfläche dringt.

Die Ozeane sind ebenso wie die Atmosphäre für den Wärmefluss von den Äquatorregionen zu den Polen verantwortlich. Die Sonnenenergie wird auf diese Weise über die Erdoberfläche verteilt, so dass klimatische Extreme ausgeglichen werden.

In Anlehnung an Hadleys Zirkulationsmodell für die Atmosphäre nimmt man auch die Ozeane ein globales Zirkulationssystem an, dem zufolge warmes Oberflächenwasser zu den Polen transportiert wird und von dort als kaltes, dichtes Tiefseewasser zurückkehrt. Dieses Modell eines "großen ozeanischen Förderbandes", dessen Umlaufzeit mehr als 1000 Jahre beträgt, ist einer der wichtigsten Bestandteile des globalen Klimasystems. Anders als bei der Atmosphäre ist die Zirkulation in den Ozeanen durch die Lage der kontinentalen Landmassen beschränkt, so dass es der Austausch zwischen den einzelnen Ozeanbecken begrenzt ist.

Einige ozeanische Lebensformen sondern Schalen aus Kalziumkarbonat ab, um sich im Wasser gegen Feinde zu schützen. Andere verankern sich im seichten Gewässer an Felsen und hinterlassen, wenn sie absterben, ihr Kalk-"Skelett" in Form eines Korallenriffs. Korallenriffe findet man auf karbonathaltigem Untergrund im seichten Gewässer des Kontinentalschelfs sowie auf hoher See. Im letzteren Fall wachsen die Korallenriffe zunächst im seichten Wasser vor einer Vulkaninsel empor.

Sobald die vulkanische Aktivität aufgehört hat, beginnt die Erosion der Insel, die schließlich im Meer versinkt, während die Korallenkolonien weiter wachsen, solange sie sich im oberen, sonnendurchfluteten Bereich des Ozeans bis maximal 20 Meter Tiefe befinden. So entstehen kreisrunde Atolle mit einer dicken Kalksteinschicht über den ehemaligen Standorten der erloschenen Vulkane.

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22.02.2015

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