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Venus Express - Experimente 

VIRTIS

Bild vergrößernVIRTIS in der Kalibrierungskammer
©Observatoire de Meudon
»Venus Express
Mit dem VIRTIS-Experiment an Bord des Orbiters ist es möglich, weit durch die Wolkendecke zu sehen und so die untere Atmosphäre genau auf ihre Zusammensetzung zu untersuchen.

VIRTIS (Visible and Infrared Thermal Imaging Spectrometer) gehört zu den beiden Experimenten von Venus Express, die bereits bei der Rosetta-Mission erstmals zum Einsatz kamen. Zwar war die zugrunde liegende Technik auch bei den Sonden Galileo und Cassini eingesetzt worden, doch konnte bei ihren Vorbeiflügen nur Teilergebnisse geliefert werden. Sie zeigten aber auch das Potential dieser Technologie.

Das VIRTIS-Experiment besteht aus einem abbildenden Spektrometer (VIRTIS-M) für den visuellen (0.25-1µm) und den Nahinfrarot-Bereich (1-5µm) kombiniert mit einem hochauflösenden IR-Spektrometer (VIRTIS-H) für den spektralen Bereich von 2-5µm.

Das Interesse an VIRTIS auf Venus Epress liegt in der Nutzung der spektralen Fenster, um die untere Atmosphäre und die Oberfläche direkt untersuchen zu können. Damit sollten "Bilder" der Oberfläche mit einer Auflösung von 16 km möglich sein. Während die Radarkarten z.B. von Magellan eine höhere Auflösung haben, lassen sie nur indirekte Aussagen über die Oberflächenzusammensetzung zu. VIRTIS ist das erste Instrument, das die Infrarot-Fenster für eine globale Kartierung der Oberfläche nutzt, um damit im globalen Maßstab die Zusammensetzung der Oberfläche untersuchen zu können. Außerdem wird VIRTIS direkt und indirekt nach aktiven Vulkanen auf der Oberfläche der Venus suchen: Lava das aus aktiven Vulkanen ausströmt hat eine höhere Temperatur als die Umgebung. Durch die Suche nach solchen plötzlich auftretenden, räumlich begrenzten "hotspots" kann VIRTIS direkt Vulkanismus entdecken. Außerdem werden bei einem Vulkanausbruch auch typische Gase freigesetzt. Eine lokale erhöhte Konzentration solcher vulkanischer Gase wäre ein indirekter Hinweis auf Vulkanismus. Durch Nutzung all dieser Informationen wird VIRTIS auf Venus Express erstmalig direkt aus dem Orbit die Wechselwirkung zwischen Oberfläche und Atmosphäre auf der Venus beobachten können.

Die Arbeit an VIRTIS auf Venus Express erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Optische Informationssysteme am DLR Adlershof, der IRSPS in Pescara, Italien und der Universität Oulo, Finnland.

Die Untersuchungsziele im Überblick:
  • Untersuchung der niedrigen Atmosphäre auf Vorkommen an CO, OCS, SO2 und H2O von der Nachtseite
  • Untersuchung der Wolkenstruktur von der Tagseite
  • Wolkenverfolgung im UV (Tags) und IR-Bereich (Nachts)
  • Messen des Temperaturfeldes und Winden in Höhen von 60 bis 100 km
  • Suche nach Blitzen
  • Sondierung der Mesosphäre





 
 
 
 

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22.02.2015

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Autor dieses Artikels:  Prof. Dr. Bruno Deiss

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