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Muses - Halca (002) - M-V (001)  

Halca
(Muses-B)

Japanisches Radioteleskop in einer Erdumlaufbahn

» Daten:
Start:  12. Feb. 1997, 04:50 GMT
Ende:  30. Nov. 2003, 02:28 GMT
Letzter Kontakt
» Nutzlast:  VLBI

Bild vergrößernWeltraum-VLBI
©ISAS

Der Start des japanischen Satelliten HALCA (ursprünglich Muses-B genannt) im Februar 1997 war der erste Schritt zur Entwicklung des internationalen VSOP - des VLBI Space Observatory Programme. Das Radioteleskop wurde von der japanischen Weltraumagentur ISAS bis zum Ende des Programms Ende November 2003 gemeinsam mit der NASA betrieben.

HALCA war eine regenschirmförmige Antenne von 8 Metern Durchmesser. Sie wurde in einer elliptischen Umlaufbahn mit einer Entfernung von maximal 21.000 km zur Erde platziert, so dass man eine Basislinie von bis zu dreifacher Erdgröße erhalten und Teleskopgrößen von bis zu 30.000 km simuliert werden konnten. Die Schwerpunkte lagen in der Beobachtung von Radiogalaxien, Quasaren und Kandidaten für Schwarze Löcher.

Bild vergrößernDarstellung des Plasma-Jets des Quasars 3C273 in verschiedenen Wellenlängen und bei unterschiedlicher räumlicher Auflösung
©MPIfR

Die Very Long Baseline-Interferometrie (VLBI) ist eine Technik in der Radioastronomie, um ein Radiointerferometer zu betreiben. Dabei liegen die Einzelantennen typischerweise Tausende von Kilometern auseinander. Sie sind nicht elektrisch oder über Funk miteinander verbunden. Stattdessen werden in jeder Beobachtungsstation Videosignale zusammen mit sehr genauen Zeitangaben auf Magnetband aufgenommen. Die von den Antennen aufgefangenen Signale werden dann in einem gemeinsamen Empfänger kombiniert und gemeinsam ausgewertet.

Amplitude und Phase des ausgegebenen, korrelierten Signals hängen von der Intensitätsverteilung der beobachteten Radioquelle ab. Im Allgemeinen reicht eine einzige Messung für eine Analyse nicht aus. Ändert man jedoch den Abstand der Teleskope oder deren Orientierung relativ zum Objekt (durch die Erddrehung), ändert sich das korrelierte Signal. Hieraus kann mit einem Computer die Intensitätsverteilung am Himmel berechnet werden. Da ein Radiointerferometer Auflösungen (aber keine Karten) von bis zu einigen Tausendstel einer Bogensekunde liefert, können so extrem genau die Positionen von Radioquellen ermittelt werden.

Bild vergrößernDie mit der Radiointerferometrie mit großen Basislängen gemessenen Bewegungen der Kontinente unserer Erde
©MPIfR

Darüber hinaus ist eine direkte Bestimmung der Kontinentaldrift möglich. Die Geophysiker nutzen die präzisen Ortsangaben des Radiointerferometers als kosmische Referenzpunkte, um auf der Erde die Entfernungen der Kontinente zueinander oder aber auch die Orientierung der Erdachse millimetergenau zu messen. Damit lassen sich Bewegungen von Teilen der Erdkruste, wie Verschiebungen kontinentaler Schollen, ebenso verfolgen wie Änderungen der Achse oder der Drehgeschwindigkeit der Erde und damit der Tageslänge - Variationen, die im Lauf von Tagen, Wochen, Monaten und längeren Zeiträumen stattfinden.

Bild vergrößern100-m-Radioteleskop Effelsberg
©MPIfR

Bei dem weiteren Ausbau der Weltraum-VLBI war auch das Max-Planck-Institut für Radioastronomie beteiligt. Dabei spielte das 100-Meter-Radioteleskop des Instituts eine wichtige Rolle. Mit seiner ungewöhnlich genauen und gleichzeitig großen Sammelfläche gilt es als eines der empfindlichsten Interferometer-Instrumente im internationalen VLBI-Netzwerk - sowohl bei Beobachtungen im Zentimeter- als auch im Millimeter-Wellenlängenbereich. Das trifft auch für das 30 Meter-Radioteleskop in Südspanien bei Granada zu: Zusammen mit spanischen und französischen Partnern ist das Max-Planck-Institut für Radioastronomie an dem vom "Institut für Radioastronomie im Millimeterwellenbereich" (IRAM) betriebenen weltweit größten Einzelteleskop für Millimeterwellen beteiligt.

Nächste Mission:
» Hayabusa





 
 
 
 

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22.02.2015

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Autor dieses Artikels:  Redaktionsbüro cclive

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