« Chronologie »
ISS - ISS ULF-4 (150) - Atlantis (032)  

ISS ULF-4
(ICC-VLD, MRM1)

Shuttle Montageflug zur ISS (STS 132):
Versorgungsmission mit ICC-VLD, MRM1 Rasswet


» Daten:
Start:  14. Mai 2010, 18:20 GMT
Ende:  26. Mai 2010, 12:49 GMT
Landung (Erde)
» Crew:  Ham, Antonelli, Nyberg, Sellers, Bowen, Reisman
» Nutzlast:  ICC-VLD, MRM1

Die Mission STS-132 (ISS-ULF4) brachte das in Russland gebaute Erweiterungsmodul Rasswet, das am Sarja-Modul angedockt wurde, zur Internationalen Raumstation. Mit an Bord befand sich außerdem der Integrated Cargo Carrier (ICC-VLD). Dieser brachte 6 neue Batterien zur ISS, um die alten im P6-Segment zu ersetzen. Außerdem wurde eine neue Ku-Band Antenne installiert. Es fanden drei Außenbordeinsätze statt.

Die Atlantis startete wie geplant am 14. Mai um 18:20 Uhr UTC. Zu den ersten Aufgaben nach dem Start gehörte das Öffnen der Ladebuchttore, an deren Innenseite sich die Radiatoren zur Hitzeabstrahlung befinden. Des Weiteren wurde die Ku-Band-Antenne ausgefahren, mit der größere Datenmengen an die Bodenstationen übertragen werden können. Am zweiten Flugtag 2 wurde eine genaue Untersuchung kritischer Stellen des Hitzeschildes mit dem Orbiter Boom Sensor System durchgeführt. Noch vor Beginn der Untersuchungen wurde ein Problem mit einem Kabel am Sensorkopf festgestellt, weshalb auf das weniger leistungsfähige Backup-System zum Einsatz kam.

Die Atlantis erreichte die ISS planmäßig am 3. Flugtag. Vor dem Andocken wurde das Rendezvous Pitch Maneuver (RPM) durchgeführt, bei dem die ISS-Besatzung den Hitzeschild zum Lokalisieren möglicher Schäden fotografieren konnte. Etwa zwei Stunden nach der Ankopplung wurden die Luken zwischen ISS und Atlantis geöffnet. Nach einer kurzen Willkommensfeier folgte die standardmäßige Sicherheitsunterweisung durch den Kommandanten der ISS Oleg Kotow. Noch am selben Tag begann der Transfer von ersten Gütern zur ISS. Im Außenbereich wurde der Canadarm2 benutzt, um den Integrated Cargo Carrier aus der Nutzlastbucht des Shuttles auf das Mobile Base System der ISS zu bewegen.

Am fünften Flugtag führten Garrett Reisman und Stephen Bowen den ersten Außenbordeinsatz durch. Sie verließen die ISS durch die Luftschleuse Quest und begaben sich zunächst zur ICC-Frachtpalette. Von dort holten sie einen 2,7 Meter langen Antennenmast, der anschließend am Z1-Element der Station befestigt wurde. Reisman, der sich am Canadarm2 eingeklinkt hatte, wurde zurück zur Frachtpalette gefahren, um die Antennenschüssel von dort zu holen und auf dem bereits montierten Mast zu befestigen. Dies gelang nicht komplett, da sich die Verbindungsschrauben nicht vollständig anziehen ließen, weshalb die Starthalterungen, die ein Bewegen der Antenne verhindern sollten, nicht gelöst wurden. Die neue Ku-Band Antenne dient als Ersatz für die ebenfalls auf dem Z1-Element montierte Hauptantenne. Danach befestigte Reisman eine Ersatzteilplattform für die Roboterhand Dextre am Modul Destiny. Da beide gut in der Zeit lagen, wurden zusätzliche Aufgaben in Vorbereitung des zweiten Ausstieges hinzugefügt. So wurde z.B. ein Teil der Schrauben, die die neuen Batterien an der ICC-Frachtpalette befestigten, gelöst. Danach begaben sich beide zurück zur Luftschleuse, wo der Ausstieg nach sieben Stunden und 25 Minuten endete.

Hauptaufgabe des nächsten fünfte Flugtages war die Ankopplung des neuen Moduls Rasswet an die Station. Nachdem das Modul vom Roboterarm der Atlantis aus der Ladebucht gehoben worden war, wurde es an den Canadarm2 übergeben. Dieser brachte es an den vorgesehenen Andockpunkt des Moduls Sarja. Der zweite Außenbordeinsatz begann am sechsten Flugtag 25 Minuten früher als geplant. Zunächst brachten die beiden Astronauten eine Kabelschlaufe am Kipp-Schwenk-Mechanismus des OBSS an, womit das Hauptsystem wieder voll funktionstüchtig war. Hauptaufgabe war die Auswechslung von drei der sechs Batterien am B-Teil des P6-Elements. Die jeweils 165 kg schweren Batterien der A-Seite waren bereits während STS-127 gewechselt worden. Zunächst wurde eine alte Batterie ausgebaut und zwischengelagert. Danach wurde jeweils eine neue von der ICC-Frachtpalette im P6-Element eingebaut und die alte auf der Palette verstaut. Beide Astronauten kamen so gut voran, dass eine Batterie mehr als geplant gewechselt werden konnte, sodass für die dritte EVA nur zwei übrigblieben. Nachdem diese Aufgabe abgeschlossen war, begaben sich beide zur neuen Ku-Band Antenne auf dem Z1-Element, um die Montage zu beenden. Zunächst wurden die Verbindungsschrauben vollständig angezogen, was im ersten Ausstieg nicht gelungen war. Dann entfernten sie die Transporthalterungen und bereiteten die Antenne auf ihren Einsatz vor. Danach kehrten sie nach sieben Stunden und sechs Minuten in die Luftschleuse Quest zurück und beendeten den Ausstieg.

Am siebten Flugtag wurden die Luken zu Rasswet geöffnet und die Besatzung betrat das Modul zum ersten Mal. Der dritte und letzte Ausstieg am achten Flugtag diente zunächst dazu, eine Ammoniaküberbrückungsleitung zwischen dem P3- und P4-Element zu installieren. Danach tauschten Good und Reisman die zwei verbliebenen Batterien des P6-Elements aus und befestigten die alten auf der ICC-Frachtpalette. Nachdem diese Arbeiten abgeschlossen waren, begaben sich beide in die Ladebucht der Atlantis, um eine Greifhalterung für den Canadarm2 zu holen. Diese brachten sie in die Luftschleuse Quest. Die Halterung soll bei einem späteren Außeneinsatz der ISS-Expedition am Sarja-Modul montiert werden. Als Zusatzaufgabe verstauten sie Werkzeuge an ihrem vorgesehenen Platz am Z1-Element. Nach sechs Stunden und 46 Minuten endete der letzte Ausstieg dieser Mission und der letzte einer Atlantis-Besatzung in der Luftschleuse Quest.

Am neunten Flugtag wurde zunächst die ICC-Frachtpalette mit dem Canadarm2 wieder in der Ladebucht der Atlantis verstaut. Später fanden Transferarbeiten vom Mitteldeck des Shuttles und zurück zur Station statt. Zudem beantworteten die Astronauten Fragen von Schülern. Mit dem zehnten Flugtag endeten dann die gemeinsamen Aktivitäten der Stations- und Shuttlebesatzung. Nach dem Frühstück fand die traditionelle Abschiedszeremonie der beiden Mannschaften statt. Nachdem die Luke zur Atlantis geschlossen worden war, legte die Atlantis von der Station ab. Zum letzten Mal läutete die Stationscrew die Schiffsglocke für die Atlantis, für die dieser elfte ISS-Besuch der letzte war. Danach fand der traditionelle Flyaround statt, bei dem die Atlantis die ISS noch einmal umrundete, bevor eine Triebwerkszündung stattfand, die die Atlantis und die ISS endgültig trennten.

Am 11. Flugtag untersuchte die Besatzung erneut Teile des Hitzeschildes der Atlantis mit dem OBSS, wozu unter anderem die Flügelvorderkanten und die Nase zählten. Außerdem verstauten die Astronauten die Raumanzüge. Während des zwölften und letzten vollen Tages im All wurden die Klappen der Atlantis sowie die Steuerdüsen des Reaction Control System in Vorbereitung der Landung getestet. Außerdem wurden nicht mehr benötigte Gegenstände verstaut und die Ku-Band Antenne der Raumfähre eingefahren. Der 13. Flugtag begann mit dem Schließen der Ladebuchttüren. Mit der Bremszündung der beiden OMS-Triebwerke um 11:42 UTC wurde das Landemanöver für die erste Landemöglichkeit eingeleitet. Nach einer Stunde Abstieg durch die Atmosphäre endete der 32. und letzte Flug der Atlantis um 12:48:11 UTC auf Bahn 33 der Shuttle Landing Facility des Kennedy Space Centers. Nachdem die Besatzung ausgestiegen war, wurde die Atlantis in die Orbiter Processing Facility (OPF) überführt.

Damit endete der aktive Dienst der Atlantis. Begonnen hatte er 25 Jahre zuvor mit der Mission STS-51-J. Insgesamt hat dieses Space Shuttle 294 Tage im All verbracht, 4.648 mal die Erde umkreist und dabei über 192 Millionen Kilometer zurückgelegt. Siebenmal besuchte sie die russische Mir, elf Mal die ISS und einmal das Hubble-Weltraumteleskop.

Nächste Mission:
» ISS AF-23S





 
 
 
 

last link check:
22.02.2015

The Network
cc-live - Redaktionsbüro / Internetagenturcc-live

Autor dieses Artikels:  Redaktionsbüro cclive

© 1996 - 2011 cc-live, Internetagentur / Redaktionsbüro

Newsletter: Jeden Monat die neuesten Infos per E-Mail

Fragen, Anregungen, Kritik? Schreiben Sie uns!
Die Redaktion ist nicht verantwortlich für den Inhalt externer Internet-Links.