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ISS - ISS ULF-3 (141) - Atlantis (031)  

ISS ULF-3
(ELC-1, ELC-2)

Shuttle Montageflug zur ISS (STS 129):
Versorgungsmission mit Express 1 & 2


» Daten:
Start:  16. Nov. 2009, 19:28 GMT
Ende:  27. Nov. 2009, 14:45 GMT
Landung (Erde)
» Crew:  Hobaugh, Wilmore, Foreman, Bresnik, Melvin, Satcher, Stott
» Nutzlast:  ELC1, ELC2

Die Mission STS-129 brachte Versorgungsgüter, Ersatzteile und Experimente mit Hilfe der EXPRESS Logistics Carrier (ELC) 1 und 2 zur Internationalen Raumstation. Im Verlauf ihres Einsatzes montierten die Astronauten die beiden ELCs und verrichteten bei drei Außenbordeinsätzen anstehende Wartungsarbeiten an der Station.

Am 16. November 2009 startete die Atlantis planmäßig zur Mission STS-129. Der achteinhalbminütige Aufstieg verlief fehlerfrei. Nach dem Abschalten der Haupttriebwerke begann die Besatzung mit den Vorbereitungen für die erste Triebwerkszündung (OMS-2) der OMS-Triebwerke, die nach etwa 40 Minuten erfolgte. Eine Dreiviertelstunde später wurde die Nutzlastbucht geöffnet und der Roboterarm aktiviert. Kurz darauf begab sich die Besatzung zur Nachtruhe und beendete den ersten Flugtag. Der zweite Flugtag diente der üblichen Inspektion des Hitzeschildes mittels des Orbiter Boom Sensor Systems sowie der Vorbereitung der Raumanzüge und der Kopplungseinrichtung.

Die Kopplung mit der Internationalen Raumstation fand am dritten Flugtag statt, nachdem die Atlantis das Rendezvous Pitch Manöver durchgeführt hatte. Um 18:28 UTC wurden die Luken zwischen den beiden Raumfahrzeugen geöffnet und die Besatzungen begrüßten einander. Mit dem Öffnen der Luken wurde Nicole Stott offiziell Teil der Atlantis-Besatzung. Die Crews arbeiteten wenig später an der Montage der ELC-1-Palette und brachten diese mit Hilfe der Roboterarme des Shuttles und der Station auf der Backbordseite der Station an (in Standardflugrichtung links). Die ISS wird aber zum Schutz des empfindlichen Hitzeschilds des Shuttles während der Mission um 180 Grad gedreht. Die Besatzungen begannen ebenfalls mit dem Transfer von Ausrüstungsgegenständen für die geplanten Außenbordeinsätze. Um die in ihren Körpern gelösten Gase (speziell Stickstoff) zu reduzieren, begaben sich Mike Foreman und Robert Satcher in die Luftschleuse Quest und verbrachten die Nachtruhe dort, wobei sie unter reduziertem Luftdruck reinen Sauerstoff atmeten. Dieser Vorgang, Campout genannt, wird vor jedem Ausstieg durchgeführt.

Der Außenbordeinsatz des vierten Flugtages begann mit dem Umschalten der Raumanzüge auf interne Energiequellen. Foreman und Satcher arbeiteten zunächst daran, eine Reserve-S-Band-Antenne am Z1 Element anzubringen. Sie beendeten diese Aufgabe eine Stunde vor der geplanten Zeit und teilten sich dann auf. Foreman installierte eine Funkantenne am Destiny-Modul bevor er zum Unity-Modul wechselte, wo er einen Handlauf gegen eine Klammer für eine Ammoniakleitung zum zukünftigen Tranquility-Knoten tauschte. Satcher schmierte die Kopplungspunkte für den Stationsarm am Mobilen Basissystem und für den Kibo-Arm ein. Nach diesen Aufgaben hatten sie zwei Stunden für weitere Aufgaben zur Verfügung. Man entschied sich, zusätzlich die Halterung für externe Nutzlasten (PAS) an der erdzugewandten Seite des Steuerbordauslegers S3 der Station auszubringen, anstatt dies erst während des zweiten Ausstiegs durchzuführen. Der Außenbordeinsatz endete nach 6 Stunden und 37 Minuten um 21:01 UTC. Während des Ausstiegs wurde im Unity-Modul damit begonnen, die für Februar geplante Ankunft des Tranquility-Moduls vorzubereiten. Die Expedition-21-Mitglieder Frank De Winne und Jeffrey Williams verlegten in diesem Zusammenhang Leitungen für Ventilation, Strom, Daten und zur Kühlung.

Der fünften Flugtag wurde hauptsächlich für Wartungsarbeiten an der Atlantis und der Station genutzt. Es wurden einige Komponenten ausgetauscht, während zugleich der Materialtransfer zwischen den Raumfahrzeugen fortgeführt wurde. In der Nutzlastbucht des Shuttles erfolgte die Kopplung der ELC-2-Plattform mit dem Roboterarm der Atlantis, um diese tags darauf zur Installation an den Roboterarm der Station zu übergeben. Der Tag endete mit dem Beginn des Campouts des Duos Foreman - Bresnik in Vorbereitung auf den zweiten Ausstieg.

Während der Schlafperiode zwischen den Flugtagen fünf und sechs kam es zu einem Dekompressionsalarm, der sich jedoch als Fehlalarm entpuppen sollte. Um der Crew einen Ausgleich zum fehlenden Schlaf zu ermöglichen, wurden einige Aktivitäten des sechsten Flugtages nach hinten verschoben. So begann der zweite Außenbordeinsatz der Mission erst um 14:31 UTC, nachdem ELC-2 am S3-Segment befestigt wurde. Foremans und Bresniks erste Aufgabe bestand in der Installation einer als GATOR bezeichneten Antenne, welche anfliegende Raumfahrzeuge identifizieren und Funkkontakt mit ihnen ermöglichen soll. Sie konnten die Aufgabe mit einer Zeitersparnis von 40 Minuten abschließen und begaben sich danach zum P1-Segment. Dort veränderten sie die Position einer Messeinheit für das elektrische Potential der Station, so dass der für 2010 zur Montage vorgesehene Alpha-Magnet-Spektrometer dort angebracht werden kann. Anschließend begaben sich die beiden zum S1-Segment und entfalteten eine weitere Halterung für externe Nutzlasten (PAS), bevor sie am S3-Segment einen Empfänger für die Signale der drahtlosen Helmkameras anbrachten. Da auch bei dieser Aufgabe Zeit gewonnen werden konnte, wurde den Astronauten aufgetragen, ein weiteres PAS am Trägersegment S3 zu öffnen. Sie arbeiteten danach an einigen Antennenkabeln, die während der vorhergehenden Shuttle-Mission STS-128 nicht verbunden werden konnten. Eine Verbindung gelang zwar, jedoch waren die Signale der Antennen nicht wie erwartet. Nach Erledigung einiger weiterer Aufgaben am PMA-1-Modul beendeten die Astronauten den sechs Stunden und acht Minuten dauernden Außenbordeinsatz um 20:39 UTC.

Der siebte Flugtag begann mit der Nachricht von Bresnik, dass seine Tochter in der Nacht von Samstag auf Sonntag geboren wurde. Er hatte dies kurz zuvor bei einem privaten Telefonat erfahren. Die Besatzungen hatten die erste Hälfte des Tags frei bekommen und bereiteten sich später am Tag auf den dritten und letzten Außenbordeinsatz der Mission vor, für welchen Bresnik und Satcher ein Campout begannen. Der dritte Außenbordeinsatz am siebten Flugtag begann mehr als eine Stunde später als geplant und wurde daher von der Missionsleitung gekürzt. Ursache für die Verzögerung war ein Trinkwasserventil in Satchers Raumanzug, das verrutscht war. Das Problem konnte jedoch noch vor Beginn des Ausstiegs behoben werden. Die Raumfahrer installierten an der Quest-Luftschleuse einen Sauerstofftank, der mit dem ELC-2 geliefert wurde, und brachten das MISSE-7-Paket auf dem ELC-2 an. Sie entfernten einige Mikrometeoritenschilde von Quest und sicherten sie an der externen Lagerplattform ESP-2. Satcher arbeitete danach an einem Ammoniaktank, den er zur Vorbereitung der künftigen Mission STS-131 teilweise löste und installierte einige Hitzeschutzmatten an den Kameras des Mobile Servicing Systems und am Greifmechanismus des Stationsroboterarms. Bresnik arbeitete an der Elektronik der Station. Der Ausstieg endete um 18:06 UTC nach 5 Stunden und 42 Minuten.

Der achte Flugtag diente den Vorbereitungen auf die Abkopplung der Atlantis. Außerdem übertrug Frank De Winne das Kommando über die Station an Jeffrey Williams. Es war das erste Mal, dass dies im Beisein einer Gastbesatzung durchgeführt wurde. Die Luken wurden schließlich um 18:12 UTC geschlossen. Am neunten Flugtag trennte sich die Atlantis um 9:53 UTC wieder von der Raumstation, die anschließend vom Shuttle einmal umrundet wurde, um den Zustand der Station fotografisch festzuhalten. Anschließend begann die Crew damit, den Hitzeschild erneut mit Hilfe des OBSS zu untersuchen.

Am 10. Flugtag standen die Vorbereitungen für die Landung an. Es wurden lose Gegenstände verstaut und die für den Wiedereintritt und die Landung nötigen Systeme getestet. Außerdem wurde ein spezieller Liegesitz für Nicole Stott aufgestellt, um ihr die Anpassung an die Schwerkraft nach über 90 Tagen im All zu erleichtern. Darüber hinaus hatten die Besatzungsmitglieder die Gelegenheit bekommen, Thanksgiving mit einem traditionellen Essen zu feiern, das sie von der Besatzung der Internationalen Raumstation mitbekommen hatten.

Der erste Landeversuch war für den elften Flugtag am Kennedy Space Center geplant. Da das Wetter am Landeplatz einwandfrei war, wurde um 13:37 UTC die Landung durch den sogenannten Deorbit Burn eingeleitet, der die Raumfähre genügend verlangsamte, um wieder in die Erdatmosphäre einzutreten. Das Hauptfahrwerk setzte nach einem einwandfreien Flug um 14:44:23 UTC auf der Landebahn 33 der Shuttle Landing Facility auf. Wenig später erreichte ein Fahrzeugkonvoi die Raumfähre und begann mit deren Sicherung. Nach einem kurzen medizinischen Check begab sich die Crew mit Ausnahme von Nicole Stott zum traditionellen Rundgang um den Orbiter. Die Atlantis wurde anschließend zurück in ihren Hangar überführt, um auf ihre letzte Mission, STS-132, vorbereitet zu werden.

Nächste Mission:
» ISS AF-21S





 
 
 
 

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22.02.2015

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