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ISS - ISS EC-13/14 (079) - Discovery (032)  

ISS EC-13/14
(Astrolab)

Erste Langzeitmission der ESA zur Internationalen Raumstation mit dem Deutschen Thomas Reiter.

» Daten:
Start:  04. Juli 2006, 18:37 GMT
Ziel:  Außenbordmanöver: 03. Aug. 2006, 14:04 GMT
Ende:  22. Dez. 2006, 22:32 GMT
Landung (Erde)
» Crew:  Reiter
» Nutzlast:  Experimente: Physiologie des Menschen, Medizinische Forschung, Biologie, Strahlendosimetrie, Komplexe Plasmaphysik, Technologische Demonstrationen, Raumfahrttechnik, Industrielle und Kommerzielle Aktivitäten, pädagogische Projekte
Experimente (amerikanischer Teil der ISS): Raumfahrtbiologische Forschung

Bild vergrößernReisers 1. Aufgabe nach der Ankunft: "Lademeister"
©NASA

Der deutsche Astronaut Thomas Reiter sollte ursprünglich am 1. Juli 2006 mit dem Space Shuttle Discovery im Rahmen der Versorgungsmission STS 121 zur ISS starten. Eine Schlechtwetterfront im Startgebiet machte eine jedoch Verschiebung um einen Tag nötig. Auch der zweite Versuch am 2. Juli musste wetterbedingt verschoben werden. Am 4. Juli war es dann soweit und der Deutsche startete mit dem Space Shuttle Discovery zur ISS. Nach dem Start dauerte es achteinhalb Minuten, bis die Raumfähre den Orbit erreichte. Am 6. Juli dockte die "Discovery" schließlich an der ISS an. Damit begann für Thomas Reiter nach seinen sechs Monaten auf der russischen Station Mir vor zehn Jahren im Rahmen der ESA-Mission EuroMir 95 sein zweiter Langzeitaufenthalt in einer Raumstation.

Bild vergrößernE-learning session
©ESA

Die "Astrolab" getaufte Mission markiert nicht nur den Beginn der Langzeitpräsenz europäischer Astronauten an Bord der ISS, sondern auch die Rückkehr zu einer dreiköpfigen ständigen Bordmannschaft. Da Reiter im Notfall im Raumanzug mit dem Sojus-Raumschiff zur Erde zurückkehren muss, benötigt er einen an die Körpergröße angepassten Sojus-Sitz. Diesen brachte er mit der Raumfähre Discovery mit. Mit seiner Ankunft in der Raumstation steht auch wieder mehr Zeit für wissenschaftliche Experimente zur Verfügung. Die Mission besiegelt außerdem die Wiederaufnahme der Raumtransporterflüge und - mit den bevorstehenden Starts der in Europa entwickelten Verbindungsknoten Nr. 2 und 3 und des ESA-Labors Columbus - die Fortsetzung des Zusammenbaus der Station.

Bild vergrößernALTCRISS
©ESA

Für Reiters Flug wurde erstmalig ein europäisches Wissenschaftsprogramm zusammengestellt, das auf eine Langzeitmission auf der Internationalen Raumstation zugeschnitten ist. Dieses wissenschaftliche Programm, an dem wissenschaftliche Institute aus ganz Europa teilnehmen, reicht von Physiologie über komplexe Plasmaphysik bis hin zu Strahlungsdosimetrie. Weitere Aktivitäten beziehen sich auf Technologiedemonstrationen, industrielle Experimente und Ausbildung. Mit dem Flug STS 121 werden drei von der ESA entwickelte Experimentiereinrichtungen zur Internationalen Raumstation transportiert: die Minus 80 Grad Laborgefriereinrichtung (MELFI), das Europäische Modulare Kultivationssystem (EMCS) und der Perkutane Elektrische Muskelstimulator (PEMS). EMCS und MELFI werden von der ESA für die NASA im Rahmen internationaler Tauschabkommen entwickelt. Reiter wird an der Übergabe und Inbetriebnahme von EMCS, MELFI und PEMS und des Lungenfunktionssystems, einer ESA Einrichtung, die bereits auf der Raumstation ist, teilnehmen. Die Experimentiereinrichtungen werden in dem in Europa entwickelten Vielzweck-Logistikmodul (MPLM) zur Raumstation gebracht, das im Laderaum des Shuttle transportiert wird.

Bild vergrößernNOA 2
©NASA

Seinen ersten Außenbordeinsatz im Rahmen der Mission unternahm Reiter zusammen mit seinem amerikanischen Kollegen Jeff Williams am 3. August 2006. Dabei wurde vor allem der Anbau eines weiteren Solarpaneels an die Station während der im September 2006 erfolgten Mission STS 115 vorbereitet.

Ebenfalls im September 2006 gelangte dann mit der Sojus TMA-9 die neue Stammbesatzung (Michael Lopez-Alegria und Michail Tjurin) zur Raumstation. Nach dem Mannschaftswechsel kehrten Winogradow und Williams mit Sojus TMA-8 zur Erde zurück. Thomas Reiter verblieb dann als 2. Flugingenieur der Expedition-14-Crew an Bord der ISS. Am 22. Dezember 2006 flog er mit der Raumfähre Discovery (STS 116) zurück. An diesem Flug, einer ISS-Montagemission, nahm auch sein schwedischer Kollege Christer Fuglesang teil.

Bild vergrößernDas Columbus-Kontrollzentrum
©DLR

Erstmals wird ein europäisches Kontrollzentrum für eine bemannte Langzeitmission zur ISS zum Einsatz kommen, wodurch der Weg für eine größere Präsenz der ESA an Bord der Station nach der Integration des Columbus-Labors geebnet wird. Das Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen bei München wird die Haupteinrichtung für die europäischen Aktivitäten während der Mission Astrolab sein. Es wird sowohl die Arbeiten von Thomas Reiter verfolgen und unterstützen, als auch die Koordination mit den Missionskontrollzentren in Houston und Moskau, dem Europäischen Astronautenzentrum in Köln und verschiedenen Nutzerunterstützungs-Zentren in ganz Europa sichern. Diese Mission soll bereits vor dem für 2007 geplanten Start des Europäischen Columbus-Labors unschätzbare Erfahrungen in der wissenschaftlichen Nutzung der Internationalen Raumstation bringen. Das Columbus-Kontrollzentrum, das für die ESA vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) betrieben wird, unterstützt bereits jetzt die Missionsvorbereitung und die Missionssimulationen.

Nächste Mission:
» ISS AF-12A





 
 
 
 

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22.02.2015

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Autor dieses Artikels:  Redaktionsbüro cclive

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