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ISS - ISS AF-1R (005) - Proton K (254)  

ISS AF-1R
(Swesda)

Mit dem Andocken des Service-Moduls "Swesda" an die ISS wird die Raumstation dauerhaft bewohnbar.

» Daten:
Start:  12. Juli 2000, 04:56 GMT
Ziel:  Manöver: 26. Juli 2000, 00:45 GMT
» Nutzlast:  Service-Modul "Swesda", DMS-R

Bild vergrößernIllustration der Einrichtung im Service-Modul "Swesda"
©JSC/NASA

Mit dem Anbau des russischen Service-Moduls Swesda (Stern) am vorderen Andockstutzen des Funktions- und Frachtmodul Sarja wurde die Raumstation dauerhaft bewohnbar. Bis zum Start einer entsprechenden amerikanischen Wohnstation bleibt eine mögliche ständige Besatzung der Station jedoch auf drei Personen beschränkt.

Eine entscheidende Funktion des Service-Moduls, die auch keine andere Baugruppe übernehmen kann, ist die Einhaltung der Umlaufbahn. Solange die Station noch klein ist, kann dies das Basismodul übernehmen, aber für die komplette Raumstation mit 300 Tonnen Gewicht werden stärkere Steuertriebwerke benötigt. Ohne regelmäßige Bahnkorrekturen etwa alle drei bis sechs Monate würde die Raumstation aus der Erdumlaufbahn geraten, wie das 1979 mit Skylab geschah.

Durch die Fenster des Moduls können die Crew-Mitglieder die Erde betrachten und die nähere Umgebung der Station sowie die Andockmanöver überwachen.

Am Zenit-Andockstutzen soll die russische Wissenschaftliche Energieplattform (SPP, Science Power Platform), am Nadir-Andockstutzen das russische Mehrzweck-Labormodul (MLM) angekoppelt werden.

Der Andockstutzen am Heck ist für die unbemannten Progress- und den bemannten Sojus-Kapseln reserviert.

Der unter atmosphärischem Druck sethende Teil des Moduls dient der Besatzung vorrangig als Arbeits- und Wohnraum. Im Wohnbereich befinden sich unter anderem ein WC, ein Kühlschrank und ein Esstisch, um den Aufenthalt der Besatzung unter den besonderen Bedingungen des Weltraums erträglich zu gestalten.

Ursprünglich wurde die russische Versorgungseinheit entwickelt, um wesentliche Teile der veralteten Raumstation Mir zu ersetzen. 1993 wurde jedoch beschlossen, sie als wichtigsten russischen Beitrag zur Internationalen Raumstation zu nutzen. Die russische Versorgungseinheit verfügt über alle notwendigen Systeme, um im Orbit als unabhängige Wohnstation und Labor zu fungieren. Das Lebenserhaltungssystem und die Energieversorgung sind für maximal drei Mannschaftsmitglieder der Raumstation ausgelegt.

Swesda enthält auch einen Bordrechner, das Datenmanagement-System Russia (DMS-R). Der 50 Kilogramm schwere "Superrechner" wurde im Auftrag der ESA von dem Raumfahrtunternehmen EADS Space Transportation (ehemals Astrium bzw. Dasa) in Bremen entwickelt und ist eine Gegenleistung der ESA für die russische Kopplungshardware für das Ariane Transfer Vehicle (ATV). Das DMS-R ist ein so genannter "fehlertoleranter" Bordcomputer, der Fehler erkennen und diagnostizieren kann. Bei einem Ausfall bestimmter Funktionen übernehmen andere Teile des Computers deren Aufgabe. Zusammen mit russischer Systemsoftware ist er unter anderem für die Systemkontrolle des russischen Teils und die Steuerung der Bahn- und Lageregelung zuständig. Bedingt durch die längere Verzögerung beim Bau und Start des dritten Moduls waren die beiden ersten Bauteile Sarja und Unity bereits einmal mit der Raumfähre Atlantis auf ihre angestammte Bahnhöhe angehoben worden. Diese Aufgabe, die wegen des langsamen Absackens der Station, bedingt durch die noch vorhandene geringe Rest-Schwerkraft, regelmäßig durchgeführt werden muss, wird nun wie vorgesehen vom deutschen Zentralrechner übernommen. Weitere Aufgaben von DMS-R sind das Ausfahren der Sonnensegel, die die Station mit zusätzlicher Energie versorgen, und die Kommunikation mit den Kontrollzentren in Houston und Moskau.

Das Service-Modul Swesda wurde bei RSC Energia hergestellt.

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22.02.2015

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