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Gemini - Gemini 4 (004) - Titan 2 Gem. (004)  

Gemini 4
(GT-04)

Erster mehrtägiger Aufenthalt von amerikanischen Astronauten im All und erster "Weltraumspaziergang" eines US-Astronauten.

» Daten:
Start:  03. Juni 1965, 15:15 GMT
Ziele:  Umlaufbahn (Erde): 03. Juni 1965, 15:22 GMT
Außenbordmanöver: 03. Juni 1965, 19:46 GMT
Ende:  07. Juni 1965, 16:12 GMT
Wasserung
» Crew:  McDivitt, White
» Nutzlast:  Leergewicht im Orbit: 3.574 kg

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©NASA/JSC

Der Abstand zwischen den Russen und Amerikanern in der Weltraumtechnik begann zu schrumpfen. Am 18. März 1965 hatte mit dem EVA (Extra Vehicular Activity) des russischen Kosmonauten Alexej Leonow erstmals ein Mensch einen "Weltraumspaziergang" unternommen. Dieser hatte während des Orbitalflugs von Woschod 2 die schützende Kapsel für 23 Minuten verlassen - mit dieser nur durch eine 5,3 Meter lange "Nabelschnur" verbunden.

Bild vergrößernDas erste Außenbordmanöver
©NASA/JSC

Keine drei Monate später konnten die Amerikaner gleichziehen: Während der 3. Erdumkreisung von Gemini IV verließ der Astronaut Edward White die Kapsel. Auch er war durch eine Art "Nabelschnur" mit dem Raumfahrzeug verbunden. In dieser 7,72 Meter langen Verbindungsleine befanden sich neben einer Sicherungsleine ein Kabel für die Kommunikation und die Sauerstoffzufuhr. Außerdem konnte White seine Lage mit Hilfe einer gasgefüllten Rückstoßpistole korrigieren und im Weltraum manövrieren.

Bild vergrößernDas 1. Außenbordmanöver
©NASA/JSC

Das Schweben im All gefiel dem Astronauten so gut, dass der Ausflug mit 23 Minuten deutlich länger als die geplanten 11 Minuten dauerte. Erst nach mehrmaliger Aufforderung durch die Bodenstation ließ er sich dazu bewegen, an Bord der Gemini-Kapsel zurückzukehren. Da er durch eine der beiden Luken der Raumkapsel ein- und aussteigen musste, entwich die Atmosphäre aus der Kapsel und musste nach dem Einstieg erneut aufgebaut werden. Aus diesem Grund trugen beide Astronauten während der Mission vollständige Raumanzüge. Bei Missionen ohne geplante EVA genügte ein leichter Raumanzug.

Bild vergrößernDie arabische Halbinsel
©NASA/JSC

Ein weiteres Ziel der Mission konnte jedoch nicht erreicht werden. Die Rendezvousmanöver mit der zweiten Stufe der Titan-Trägerrakete mussten abgebrochen werden, da die Treibstoffreserven bereits nach wenigen Minuten zu über 40 Prozent verbraucht waren. Offensichtlich waren die Manöver komplizierter, als zuvor bei den Tests im Simulator auf der Erde berechnet.

Bild vergrößernWarten auf den Helikopter
©NASA/JSC

Im Verlauf des mit vier Tagen bis dahin längsten Fluges der amerikanischen Raumfahrtgeschichte beobachteten die Astronauten erstmals Meteore beim Eintritt in die Erdatmosphäre. Mit über 100 Fotos und mehr als 200 meteorologischen Aufnahmen kehrten sie schließlich zur Erdoberfläche zurück. Auch unter medizinischen Gesichtspunkten lieferte diese Mission neue Erkenntnisse. McDivitt und White hatten zeitweise mit den Auswirkungen der Raumkrankheit zu kämpfen. Nach ihrer Rückkehr stellte man zudem einen 10-prozentigen Verlust des Knochenkalziums fest, das jedoch nach kurzer Zeit unter den normalen Schwerkraftbedingungen auf der Erde wieder die normalen Werte erreichte.

Nächste Mission:
» Gemini 5





 
 
 
 

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22.02.2015

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Autor dieses Artikels:  Redaktionsbüro cclive

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