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© NASA/JPL-Caltech
Entstehung eines Kometen
Diese Einzelbilder sind einer Animation entnommen, die eine der am weitesten verbreiteten Theorien der Entstehung von Kometen illustriert.

Die ersten beiden Bilder zeigen die Entstehung einer protoplasmischen Scheibe, die den Anfang der Entstehung eines Sonnesystems bildet. Bei der gelblichen Kugel im Zentrum der Scheibe handelt es sich um einen Stern ähnlich unserer Sonne.

Ähnlich einem Regentropfen, der sich in einer Wolke bildet, wird der Stern innerhalb einer Gaswolke "geboren". Mit dem zunehmenden Wachstum dieser neuen Sonne formen die Gravitations-Fliehkräfte des Sterns eine molekulare Wolke um ihn, aus der sich eine ihn umgebende protoplasmische Scheibe herausbildet. Aus ihr entstehen im weiteren Zeitablauf die Planeten, Monde, Asteroiden und Kometen eines Sonnensystems.

Die protoplasmische Scheibe besteht zunächst aus mikroskopisch kleinen Staubteilchen, die im Laufe der weiteren Entwicklung zu millimeter- und zentimetergroßen Gesteinsbröckchen verklumpen. Mit zunehmendem Wachstum dieser Brocken übernimmt die Schwerkraft die Regie, durch die kleinere Brocken und Staub von größeren angezogen werden und mit diesen kollidieren. Dieser Vorgang wiederholt sich solange, bis beispielsweise ein Komet entstanden ist.

Nach mittlerweile gängiger Meinung stammen viele Kometen unseres Sonnesystems aus einer kugelförmigen Wolke, die es in einer Entfernung von etwa 50.000 AE umgibt. Dieses Kometen-Reservoir nennt man die Oortsche Wolke. Andere scheinen aus dem Kuiper-Gürtel zu kommen, der jenseits der Neptunbahn liegt. Die kurzperiodischen Kometen sind innerhalb des Planetensystems durch gravitative Bahnstörungen eingefangen worden, was vermutlich von ihrer Annäherung an Jupiter herrührt. Sie scheinen aus gefrorenem Wasser, Kohlendioxid, Methan und Ammoniak zu bestehen. In dieses Gemisch ist Staub und steiniges Material eingebettet.

Bei der Annäherung an die Erde beginnt, bedingt durch die Erwärmung durch die Sonne, das Eis zu verdunsten. Gas wird frei und bildet eine leuchtende Hülle um den Kern, die man Koma nennt. Der Kern selbst ist zu klein, als dass man ihn direkt beobachten könnte. Staub und Gas verlassen den Kometenkern auf der Sonnenseite und strömen in den Raum. Elektrisch geladene ionisierte Atome werden direkt vom Magnetfeld des Sonnenwindes weggefegt und bilden geradlinige Ionenschweife (die auch Typ I-, Plasma- oder Gas-Schweife genannt werden). Variationen im Sonnenwind verursachen Strukturen im Ionenschweif oder sogar Unterbrechungen, sogenannte Abreiß-Ereignisse. Kleine neutrale Staubteilchen werden nicht vom Sonnenwind mitgenommen, sondern sanft durch den Strahlungsdruck der Sonne weggeblasen. Staubschweife (auch Typ II-Schweife genannt) sind oft breit und strukturlos. Die Schweife wachsen bei Annäherung des Kometen an die Sonne; sie sind immer von der Sonne weg gerichtet und können bis zu hundert Millionen Kilometer lang sein. Große Staubteilchen werden entlang der Umlaufbahn des Kometen verstreut und bilden Meteorströme.





 
 
 
 

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22.02.2015

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