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Lunar Prospect. - Experimente 

APS

Bild vergrößernAlpha-Teilchen-Spektrometer (APS)
©NASA/GSFC
»Lunar Prospector
Auch der Mond hat eine Atmosphäre - wenn auch extrem verdünnt. Ziel des Experiments war es, die mögliche Quelle des Gases festzustellen.

Eine bekannte Quelle dieser Atmosphäre ist das allmähliche "Ausgasen" der Gesteine. Das Gas kommt dabei durchaus tief aus dem Inneren des Mondes. Mit dem APS-Experiment sollte festgestellt werden, ob dieses Ausgasen mit tektonischen Ereignissen - beispielsweise Mondbeben - in Beziehung steht.

Gemessen wurde die Menge und Energie von Alpha-Teilchen, die von den radioaktiven Gasen Radon und Polonium abgestrahlt werden, die allmählich aus dem Mondinnern entweichen. Obwohl aktiver Vulkanismus auf dem Mond längst erloschen ist, scheint es bestimmte Ereignisse zu geben, bei denen verstärkt Radon, Stickstoff, Kohlendioxide und Kohlenmonoxid ausströmen. Mit dem APS-Experiment sollten solche vermuteten Ereignisse durch die Messung der Alpha-Teilchen detektiert werden. Man erhoffte sich dadurch, die tektonischen Vorgänge im Mondinnern besser zu verstehen und damit auch die Kenntnisse über den geologischen Aufbau des Mondes zu erweitern.

Beim radioaktiven Zerfall werden Alpha-Teilchen mit einer ganz bestimmten Energie abgestrahlt, so dass man das Ursprungselement sehr genau ermitteln kann. Die Energie von Alpha-Teilchen lässt sich mit Hilfe von Silizium-Halbleiterdetektoren bestimmen. In den Halbleiter eindringende Alpha-Teilchen erzeugen eine Spur elektrischer Ladung, die proportional der Teilchenenergie ist. Das würfelförmige APS enthielt 10 Detektoren, die an fünf der sechs Seiten angebracht waren. Dadurch war eine weitgehende „Rundumsicht“ gegeben. Zusammen mit dem Neutronen-Spektrometer war es an der Spitze eines der drei Ausleger der Sonde montiert.

Im Verlaufe der Mission war Lunar Prospector einer erhöhten Sonnenaktivität ausgesetzt, da der elfjährige Sonnenfleckenzyklus gerade sein Maximum durchlief. In dieser Zeit kommt es auf der Sonne zu heftigen Eruptionen, und riesige Blasen von heißem Plasma strömen in den interplanetaren Raum. Das APS hat deshalb einen enormen Teilchenstrom detektiert, aus dem die eigentlichen Messdaten herausgefiltert werden müssen. Aus diesem Grunde liegen noch keine gesicherten Ergebnisse aus diesem Experiment vor. Unter Umständen sind erst noch weitere Messungen nötig, um die Ausgas-Ereignisse auf dem Mond genauer kartieren zu können.





 
 
 
 

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22.02.2015

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Autor dieses Artikels:  Prof. Dr. Bruno Deiss

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