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Apollo - Apollo 13 (030) - Saturn V (008)  

Apollo 13
(AS-508)

Die Beinahekatastrophe.

» Daten:
Start:  11. Apr. 1970, 19:13 GMT
Ende:  17. Apr. 1970, 18:07 GMT
Wasserung
» Crew:  Lovell, Swigert, Haise
» Nutzlast:  Kommandokapsel "Odyssey", Mondfähre "Aquarius", ALSEP, CSM-Experimente
Leergewicht im Orbit: 28.790 kg

Bild vergrößern"Houston, we have a problem ..."
©NASA/KSC

Der Name der Kommandokapsel Odyssey scheint Programm: Zunächst erkrankte der Pilot Ken Mattingly an Masern und musste durch den Zivilisten John Swigert ersetzt werden. Auch der Start verlief nicht ohne Probleme. Die Triebwerke der zweiten Raketenstufe schalteten 2 Minuten zu früh ab. Um Apollo 13 dennoch in die Erdumlaufbahn zu bringen, musste das Haupttriebwerk der dritten Stufe 12 Sekunden länger brennen. Nachdem nun die Transferbahn zum Mond eingeschlagen werden konnte, schien zunächst alles in Ordnung. Doch nach einer Flugzeit von 55 Stunden, 55 Minuten und aus einer Entfernung von 330.000 Kilometern meldete Commander Swigert plötzlich: "Houston, we have a problem!" An Bord der Odyssey hatte es eine Explosion gegeben.

Bild vergrößernEiner der Sauerstofftanks von Apollo 13
©NASA/KSC

In der Kommandokapsel war ein Sauerstofftank explodiert, der zweite war beschädigt und verlor innerhalb weniger Stunden ebenfalls seinen Sauerstoffvorrat. Dies hatte den Ausfall der aktiven Sauerstoffversorgung zur Folge, da der Betrieb der Brennstoffzellen und der Klimaanlage nicht mehr sichergestellt war. 15 Minuten später war die elektrische Energie in der Kommandokapsel verbraucht und sämtliche Geräte fielen aus. Und auch der Sauerstoff wurde allmählich knapp.

Das Leben der Astronauten hing an einem seidenen Faden. Fieberhaft arbeiteten die Techniker an einer Lösung. Wenige Minuten später erreicht die Meldung der Bodenstation die manövrierunfähige Kapsel: Die Mondfähre Aquarius soll als Rettungsboot umfunktioniert werden. Schließlich verfügt sie über Sauerstoff und Wasserreserven für sechs Tage und hat eigene Batterien sowie Triebwerke mit genügend Treibstoff. Doch Aquarius ist nur für zwei Astronauten gedacht. Die Stromsparmaßnahmen und die Überbeanspruchung der Klimaanlage führten zu einer Reihe weiterer Schwierigkeiten.

Bild vergrößernSuche nach Lösungen
©NASA/KSC

Doch im Zusammenspiel mit der Besatzung und der Backup-Crew auf der Erde konnten alle Probleme gemeistert werden. Um Sauerstoff und Energie zu sparen, schlief die Besatzung beispielsweise in ihren Raumanzügen. Und um den Mond ohne Triebwerkszündungen der Kommandokapsel zu umrunden und von seinem Schwerefeld zur Erde zurückkatapultiert zu werden, wurde die Flugbahn von Apollo 13 mit Hilfe der Triebwerke der Mondfähre geändert. Vier weitere Bahnänderungen waren nach der erfolgreichen Mondumrundung nötig, um das Raumschiff schließlich in die richtige Flugbahn zur Erde zu bringen.

Bild vergrößernDie Lösung des Problems
©NASA/JSC

Die ganze Welt hielt den Atem an und verfolgte gespannt die Rettungsaktion der drei Astronauten. Doch nicht zuletzt dank der Improvisationsfähigkeiten der Crew gelang 63 Stunden nach der Explosion die sichere Rückkehr zur Erde. Ursache für das Unglück war ein überhitzter Schalter. Dieser hatte den Sauerstoffbehälter beschädigt, der ein Jahr zuvor aus der Apollo-10-Kapsel ausgebaut und repariert worden war.

Bild vergrößernDie beschädigte Versorgungseinheit
©NASA

Innerhalb der NASA und in der Öffentlichkeit wird zunächst diskutiert, das Mondlande-Programm wegen dieses Zwischenfalls zu stoppen. Das Ziel - die Landung eines Menschen auf dem Mond - sei ja bereits erreicht. Schließlich siegte gewissermaßen die Neugier: Es gab noch so viele Fragen, die bei den Monderkundungen offen geblieben waren. 9 Monate später wurde das Apollo-Programm fortgesetzt.

Nächste Mission:
» Apollo 14





 
 
 
 

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22.02.2015

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Autor dieses Artikels:  Redaktionsbüro cclive

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